Archiv der Kategorie 'Biblisches'

Das Buch der Bücher

Installation eines unbekannten Künstlers in einer Vitrine auf dem Ku’damm:

Vitrine "Christliche Wissenschaft"_1

Was, bitte, ist Christliche Wissenschaft? Weiterlesen ‘Das Buch der Bücher’

Diener zweier Herren oder eines Gottes der Zwietracht?

Gott ist allmächtig und Jesus Christus ist sein Sohn.
Allah ist groß und Mohammed ist sein Prophet.
Hm.
Und der Erzengel Gabriel ist beider Verkündigungsbote. Offenbar leidet auch der Himmel unter knappem Fachpersonal:

Vor reichlich zweitausend Jahren erschien Gabriel der Jungfrau Maria und entbot ihr den englischen Gruß*.
Sodann eröffnete er ihr bekanntlich, dass sie alsbald vom Heiligen Geist schwanger werden und den Gottessohn Jesus Christus zur Welt bringen werde und machte sie damit zur Muttergottes.
Strenggenommen ist Gabriel also, natürlich im Auftrag seines Chefs, der Auslöser des Christentums. Weiterlesen ‘Diener zweier Herren oder eines Gottes der Zwietracht?’

Christologie – stark verdichtet

Jesus
der arme Mensch

getauft
gebetet
gepredigt
geeifert

gefasst
getötet
geirrt
gescheitert

Weiterlesen ‘Christologie – stark verdichtet’

Menschenfischer

Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er zwei Brüder, die von Beruf Fischer waren, Simon, der auch Petrus genannt wird, und Andreas. Sie warfen gerade ihr Netz aus. Jesus sagte zu ihnen: „Geht mit mir! Ich mache euch zu Menschenfischern.“ Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm.
(Mt 4; 18-20)

Oh wäre doch Petrus nicht von gar so schnellem Entschlusse gewesen! Schließlich äußerte Jesus seine Gleichnisse und Metaphern nicht ohne tieferen Sinn. Und dieser könnte hier darin bestanden haben anzudeuten, worum es ihm wirklich ging.
Wäre der gute Simon Petrus nur ein wenig kritischer gewesen, so hätte er möglicherweise seinem verehrten Meister die Frage gestellt:
„Oh Herr, weißt du denn nicht, was ein Fischer tut? Zunächst knüpft er ein Netz, so fein, dass das Fischlein es frühestens erkennt, wenn es zu spät ist; aber auch so fest, dass es für das gefangene Fischlein kein Entrinnen gibt, mag es auch noch so heftig zappeln.
Sodann hievt er das volle Netz in sein Boot, entzieht also den Fischlein ihr natürliches Element, so dass die Körper verschmachten und ihre Seele aufgeben. Dann bringt er sie an Land um sie zu verkaufen.
Nun, oh Herr, mit Fischen mag das angehen, denn sie sind unsere Nahrung. Aber mit Menschen?“
Wäre Petrus ein Weiser gewesen anstatt ein Mitläufer, wer weiß…

Kirchenaustrittsjahr

Kirchensteuer

 

Zehn Steinzeit-Gebote

Die Zehn Gebote haben ewige Gültigkeit. So lautet das Credo derer, die diesen Moralkodex eines nomadisierenden Hirtenvolkes aus grauer Vorzeit für eine geeignete Ethik unserer heutigen hochtechnisierten und kulturell durchwachsenen Gesellschaft halten.
Nun, inwieweit sie überhaupt noch gelten oder in Zukunft gelten werden, sei dahingestellt. Dass sie aber bereits wesentlich länger bekannt sind als die Fassung, die Mose seinerzeit auf zwei längst verschollenen Steintafeln vorlegte, konnte kürzlich durch einen geradezu sensationellen archäologischen Fund nachgewiesen werden: Weiterlesen ‘Zehn Steinzeit-Gebote’

Hilfe, Jesus liebt mich!

Ein Englein mochte herabgeschwebt sein, um mir diese Botschaft in den Briefkasten zu mogeln:

Karte "Jesus liebt dich."

Hm. Mit Liebeserklärungen ist es ja so eine Sache: Man sollte sie schon ernst nehmen und den Werbenden nicht über Gebühr auf die Folter spannen. Selbst ein handfester Korb ist einfach nur ehrlich und allemal leichter zu verschmerzen als quälende Ungewissheit. Weiterlesen ‘Hilfe, Jesus liebt mich!’

Wie das wohl zuging

Als erster Gastbeitrag ein fiktiver religiöser Dialog von HiFi Teifi, dem rasenden Reporter der bfg-Homepage

Kein Wort von Jesus ist seriös dokumentiert. Die Niederschriften in der Bibel wurden Jahrzehnte nach seinem Tod verfaßt, und die Informationen stammten aus zweiter, dritter, vierter Hand. Die mystifizierte Darstellung der Bibel ist überaus glaubensbeflissen, doch ist sie widersprüchlich, unrealistisch und vernunftwidrig. Religiöse Offenbarungen sind keine belastbaren Fakten, sondern Gerüchte. In diesem fiktiven Dialog werden die Ereignisse nach Jesu Tod viel glaubhafter dargelegt.
Zu jener Zeit stand das Land unter römischer Besatzung. Überall grassierte der Weltuntergangsglaube, so dass es naheliegt, Jesus damit in Verbindung zu bringen. Ein Götterbote, der Messias, wurde händeringend gesucht, denn wenn sich der Gott selber schon nicht blicken ließ, wollte man wenigstens Insidernachrichten. Wie sich die Geburt des christlichen Gotts tatsächlich abgespielt haben könnte, zeigt dieser Dialog in modernisierter Sprache und in realistischer Würdigung der Faktenlage. Die zugrundeliegende Logik wird klar herausgearbeitet, um ein plausibles Gegenmodell zu der Frage zu schaffen, wie das wohl zuging.

Paukus und Paps im Gespräch über Jesus; A: Paukus, B: Paps

A: »Wir sollten uns ein paar Gedanken machen, Paps.«
B: »Ja, jetzt ist er schon ein paar Tage tot, und wir müssen überlegen, wen wir an Jesu Stelle losschicken, Paukus.«
A: »Stimmt. Er hat die Botschaft ja rübergebracht, auch wenn er unsere Heilkräuter nicht gut verkauft hat. Schauderhaftes Zeug, wenn du mich fragst.« Weiterlesen ‘Wie das wohl zuging’

Drei Vaterunser

Papa unser, der du sitzt vor der Glotze,
wir alle sind stolz auf deinen Namen Schmidt.
Dein Gehalt komme,
dein Wille geschehe,
wie im Büro so in unserm Hause.
Eine Megatüte Popcorn spendier mir heute.
Und vergib, dass ich dem Paul auf die Nase haute,
wie ich ihm verzeih,
dass er die Lena küßte.
Und locke mich nicht mit Cola und Big Mac,
sondern erlöse mich von der Trägheit.
Denn du hast die Kohle und die Kraft
und bist der herrlichste Papa in Ewigkeit.
Klaro.
Weiterlesen ‘Drei Vaterunser’

Die Hasspredigt

Achtung – bevor eine Meute aufgebrachter Atheisten versucht, die iranische Botschaft anzuzünden – dies ist eine Satire, die sich übrigens mitnichten gegen unsere muslimischen Mitbürger richtet – ganz im Gegenteil.

Der fromme Imam Hadschi Mohammed Hassan* hielt unlängst in der Salam-Moschee* die folgende Predigt:

„Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen,
alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Welten,
dem Allerbarmer, dem Barmherzigen,
dem Herrscher am Tage des Gerichts!
Dir allein dienen wir, und Dich allein bitten wir um Hilfe.
Führe uns den geraden Weg,
den Weg derer, denen Du Gnade erwiesen hast, nicht den Weg derer, die Deinen Zorn erregt haben, und nicht den Weg der Irregehenden. (1) Weiterlesen ‘Die Hasspredigt’

Heilige Geister

Von oben her uns sende
Den Geist, den edlen Gast;
Der stärket uns behende,
wenn uns drückt Kreuzeslast.

(Ev. Kirchengesangbuch 129)

Pfingsten sind die Geschenke am geringsten,

(Bildquelle: Wikipedia)

bemerkte Bertolt Brecht, und so gibt es denn auch zum dritten großen vom Christentum okkupierten Fest weder ein süßes Baby noch eine gewaltige Action mit Auferstehung sondern nur ein wenig Geist, den man überdies schwer zu fassen kriegt – die Funkfernsteuerung für Gottes Aktivisten gewissermaßen (Dann sah man etwas wie Feuer, das sich zerteilte, und auf jeden von ihnen ließ sich eine Flammenzunge nieder. Apg 2; 3).
Oder hatten etwa die Spötter Recht (Andere machten sich darüber lustig und meinten: „Die Leute sind doch betrunken!“ Apg 2; 13), und spiritus sancti wäre identisch mit spiritus vinae? Weiterlesen ‘Heilige Geister’


Anstößige Denk-Anstöße

Falls Du glaubst, Denken und Glauben schlössen einander nicht aus, bedenke deinen Glauben! Es gibt keine Götter – Gott sei Dank. Glaube ist der Sieg des Wunschdenkens über die Vernunft. Allein mit diesen drei harmlosen Sätzen errege ich gewiß bei vielen von euch Anstoß – und das nach über zweihundert Jahren Aufklärung! Aber Anstoß erregen heißt auch etwas anzustoßen. Und genau das möchte ich: ein wenig zum Denken, ein wenig zum Zweifeln.
Juni 2013
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