Nur für kurze Zeit, weil nach Ostern vorübergehend nicht aktuell:
Tipp für ein Osterei der geistigen Art, dank seines handlichen DIN-A6-Formates und seines moderaten Preises auch trefflich als Alternative zur herkömmlichen Grußkarte geeignet:
ISBN: 978-3-86931-391-7
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Der Autor, weder dem Eierlikör noch dem zugehörigen Fest, jedenfalls in dessen ursprünglicher Tradition als Huldigung der Fruchtbarkeit und Lebensfreude, abgeneigt, würdigt in diesem schmalen Bändchen erstmals den Erfinder eines der erfolgreichsten Saisonprodukte.
Leseprobe:
Das Oster-Ei des Theobaldus
Thusnelda Leghorn, Oberhenne,
ruft die Kolleginnen zur Tenne
auf ‘ne Beratung. Und im Grimme
schreit sie mit aufgeregter Stimme:
„Der Absatz fürchterlich stagniert,
die Lust am Legen man verliert.
Der Mensch will keine Eier essen!
Früher war’n alle drauf versessen,
jetzt sind dem Ei sie überdrüssig.
Ernähren die sich nur noch flüssig?“
Sie gackern hin, sie gackern her,
und der Beschluß fällt ihnen schwer:
Sie wollen künftig mehr sich pflegen
und fortan wen’ger Eier legen.
Der Hase Theobald am Wald
hört das Spektakel alsobald,
und hurtig hoppelt er herzu.
Die Neugier läßt ihm keine Ruh’.
Nachdenklich prüft er das Produkt,
behorcht, beschnuppert es und guckt
es an von allen Seiten.
„Ihr werdet wohl nicht mit mir streiten“,
so hebt er an zu weisem Rate,
„wenn ich euch sag’: So’n Ei ist fade,
langweilig weiß, dazu zerbrechlich“,
wobei er es zerdrückt gemächlich,
„sowas wird heut man nicht mehr los,
die Menschheit steht auf ‘poppig’ bloß.
Drum müssen wir was unternehmen.
Ihr Hühner solltet euch bequemen,
zunächst den Vorrat hier zu kochen,
so wird es fest und hält zwei Wochen.
Alleine dieses ist mal schon
ein Vorteil zur Distribution.“
…
„Wir rufen aus ein großes Fest,
das keinen unberühret läßt,
ein Fest des Lebens und der Lust,
gut gegen Alltagsstreß und Frust:
Von Osten strahlt die Sonn’ ihr Licht,
das mit den Farben zu uns spricht.
Drum nennen dieses Fest wir OSTERN.
Gebt es bekannt im Dorf auf Postern.
Und dieses kunterbunte Ei
erheb’n wir zum Symbol dabei
für Fruchtbarkeit und tät’ge Liebe.
Sagt mir, wer da wohl abseits bliebe?
Selbst der braucht es am Feiertag,
der keine Eier essen mag.“


Hat mir einigen Spaß gebracht, der Theobaldus, mehr als jede Grußkarte es gekonnt hätte.
Gibts demnächst auch was über den Pfingstochsen?
Gute Idee, muß ich mal nachdenken. Vielleicht, wie der Heilige Geist den Ochsen erleuchtet, oder sowas? Oder lieber doch nicht, damit sich nicht etwa die Kälber beleidigt fühlen.