Unter den Leserbriefen eines bedeutenden Wochenmagazins fanden sich die folgenden Worte eines Pastors:
„…als Kategorie der Selbstkundgabe Gottes die Offenbarung. Judentum, Christentum und Islam sind … sogenannte ‘Offenbarungsreligionen‘.“ (sic! Er traut wohl seinem eigenen Glauben nicht so recht, aber das nur nebenbei.) „Bestes Beispiel ist Paulus, vom Gegner Jesu verwandelt ein Offenbarungserlebnis ihn zum Christen.“
In der Tat, die anderen beiden überlieferten Beispiele für Gottes Selbstkundgabe sind noch dürftiger. Jedesmal traf es einen einzelnen Mann in einer einsamen Gegend. Niemals gab es Zeugen. Und wenn das Ereignis endlich einer aufschrieb, hatte er es vom Hörensagen.
Kommt heutigentags jemand daher und verkündet, er sei des HERRN ansichtig geworden – selbstverständlich allein irgendwo in der Pampa – so schenkt man ihm keineswegs Glauben. Fromme Juden ignorieren ihn wahrscheinlich, fromme Christen schicken ihn zum Psychiater, fromme Muslime schleudern ihm womöglich eine Fatwa an den Hals.
Ja bitteschön, Herr Pastor, warum sollte ich bei dieser Lage der Dinge ausgerechnet Herrn Moses, Herrn Paulus oder Herrn Mohammed glauben? Solang der HERR keine massenwirksameren Wege findet sich kundzutun, muß ich wohl an der hohen Wahrscheinlichkeit seiner Nichtexistenz festhalten.

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