Archiv für Februar 2010

horror vacui

Nicht nur der Himmel ist leer. Über ihm gähnt eine noch viel gewaltigere Leere im Universum.
Das mag den einen oder anderen unter uns dermaßen ängstigen, dass er versucht ist, in diese Leere etwas ihm Genehmes hineinzuprojizieren. Wahrscheinlich fühlt er sich dann besser.
Jedoch erfüllt dadurch nicht ein Sternlein mehr die Leere über uns.

Blick in die Tiefe des Alls
Sehr wahrscheinlich existiert da draußen auch eine unermeßliche Fülle und Vielfalt.
Aber die ist sehr, sehr weit weg und mit Gebeten schwerlich zu erreichen.

Glaube und Phantasie

Er ist ein tiefgläubiger Mensch.
Wird solches über jemanden berichtet, soll das unseren allerhöchsten Respekt heischen.
Aber warum?

Unser Gehirn ist ein praktisches Instrument, mit dessen Hilfe wir uns in der Welt, die uns mehr oder weniger unmittelbar umgibt, ganz passabel zurechtfinden. Unsere Sinne teilen ihm Eindrücke mit, die es zu Bildern fügt, die uns Orientierungshilfe sind, die sich im Verlaufe unseres Lebens ansammeln, im Gehirn sortiert, geschnitten und neu zusammengestellt werden. Das Ergebnis nennt man gern ein Weltbild. Weiterlesen ‚Glaube und Phantasie‘

Heilungen

„Irmchen“, fragte Doktor Stamm seine umtriebige Sprechstundenhilfe, „wer sind denn die beiden neuen Figuren im Wartezimmer?“
„Den Symptomen nach wieder zwei Magen-Darm-Infekte. Der Herr in Schwarz ist Hochwürden Maximus von Sankt Anna und der in der knittrigen Leinenjacke ein Kollege von Ihnen.“
„Was für‘n Kollege? Meines Wissens bin ich der einzige Niedergelassene in diesem Kaff.“
„Natürlich, Herr Doktor, kein richtiger Arzt. Das ist der Heilpraktiker Dr. Moritz. Den Titel hat er wohl irgendwo in der Ukraine gekauft.“
„Sollen warten“, brummelte Stamm und zog sich in seinen Ordinationsraum zurück.
Schwester Irma setzte ihr sonnigstes Lächeln auf und flötete ins Wartezimmer: „Bitte noch einen kleinen Moment Geduld, meine Herren.“ Weiterlesen ‚Heilungen‘

Ach, der Himmel ist leer

Hier ein Buch, dessen Titel und Inhalt zu diesem Blog paßt wie wahrscheinlich kein anderes:

Buchcover: Ach, der Himmel ist leerPeter Henkel:

Ach, der Himmel ist leer.

Lauter gute Gründe gegen Gott und Glauben

Frieling & Huffmann, 2009,

ISBN: 978-3-8280-2703-9,

10,90 Euro.

„Lauter gute Gründe gegen Gott und Glauben hat der Journalist und Autor Peter Henkel in seinem ebenso unterhaltenden wie anspruchsvollen Buch „Ach, der Himmel ist leer“ zusammen getragen. Die Streitschrift kann für Atheisten, Gläubige und Schwankende als informativer Beitrag zur aktuellen Diskussion um die Existenz Gottes gelesen werden. Denn sie versteht sich nicht als neue Kirchenkritik, sondern als Auseinandersetzung mit dem Kernthema des christlichen Glaubens.“ (DPA-Meldung, 16.02. 2009)

„…Es sind einfache Gründe, einfache Argumente. Umso überzeugender sind sie. … Es ist ein fein formulierter Appell, auch in Glaubensfragen den gesunden Menschenverstand zu benutzen und nicht einem Wunschdenken anheimzufallen. Ein erfülltes Dasein, schreibt Henkel, sei auch ohne den Glauben an irgendwelche Heilslehren möglich. Das ist wahr.“ (Stuttgarter Nachrichten)

ausführliche Rezension von Wittmann

Bericht über Vortrag des Autors (hpd)

Toleranz

„Die Religionen müssen alle toleriert werden.
Denn hier muß ein jeder nach seiner Facon selig werden.“

Friedrich II

Portrait Friedrich II von Preußen

Wo man Menschenrechtsverletzungen zuläßt, nur weil sie religiös „begründet“ werden, da wird Toleranz zur Tollerei.

Was meinst du zur Toleranz?

…oder dazu?
oder zum Islam?
oder zur Frage von Christentum und Menschenrecht?

Abraham und der freie Wille

Gott gab uns den freien Willen?

Die Geschichte von Abraham läßt daran gewisse Zweifel aufkommen:
Das Schlimmste, was einem Menschen im Leben zustoßen kann, ist wohl der Verlust des eigenen Kindes.
Aber genau das befiehlt Gott dem Abraham: Seinen Sohn Isaak auf dem Altar zu schlachten. Weiterlesen ‚Abraham und der freie Wille‘

Michael Schmidt-Salomon: Jenseits von Gut und Böse

Buchcover

Michael Schmidt-Salomon

Jenseits von Gut und Böse – Warum wir ohne Moral die besseren Menschen sind

Pendo Verlag, 352 Seiten

ISBN-10: 3866122128

ISBN-13: 978-3866122123

Dieses Buch steht nicht in den Bestsellerlisten. Wären wir Deutschen tatsächlich ein Volk von Dichtern und Denkern, wie wir das so gern von uns behaupten, stünde es dort, wo sich stattdessen in zuverlässiger Einfalt allerlei Lebensratgeber mit esoterischen wie frommen Erbauungsbändchen ein Stelldichein geben.
Dabei dürfte dieses Buch für einen, der es aufgeschlossen studiert, zu den besten Ratgebern fürs Leben zählen, die jemals von einem Philosophen verfaßt wurden, für ein Leben jenseits falscher Schuld- und Rachegefühle nämlich, jenseits von Wunschdenken und Todesfurcht, jenseits verstaubter Sex- und Moralvorstellungen, für ein Leben voller Hochachtung dem in unserem Universum so seltenen Leben gegenüber, für ein selbstbestimmtes Leben, das man höchstpersönlich mit Sinn erfüllt.
Ich möchte dieses Buch einfach jedem ans Herz legen, der auf der Suche ist nach einer naturalistischen Weltsicht, nach tatsächlichen menschlichen Werten und einer stimmigen, menschlichen Ethik, die nicht im Gegensatz zu modernen Erkenntnissen der Naturwissenschaften stehen, sondern auf deren Grundlage basieren.
Hinsichtlich einer detaillierten Darstellung des Inhalts verweise ich auf diese, weitaus bessere Rezension.


Anstößige Denk-Anstöße

Falls Du glaubst, Denken und Glauben schlössen einander nicht aus, bedenke deinen Glauben! Es gibt keine Götter – Gott sei Dank. Glaube ist der Sieg des Wunschdenkens über die Vernunft. Allein mit diesen drei harmlosen Sätzen errege ich gewiß bei vielen von euch Anstoß – und das nach über zweihundert Jahren Aufklärung! Aber Anstoß erregen heißt auch etwas anzustoßen. Und genau das möchte ich: ein wenig zum Denken, ein wenig zum Zweifeln.
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