Abraham und der freie Wille

Gott gab uns den freien Willen?

Die Geschichte von Abraham läßt daran gewisse Zweifel aufkommen:
Das Schlimmste, was einem Menschen im Leben zustoßen kann, ist wohl der Verlust des eigenen Kindes.
Aber genau das befiehlt Gott dem Abraham: Seinen Sohn Isaak auf dem Altar zu schlachten.
Jeder vernunftbegabte Mensch mit einem freien Willen hätte ein solches Ansinnen entrüstet zurückgewiesen, möglicherweise mit den Worten: „Was bist du für ein Gott, daß du mir das Unmenschlichste zu tun befiehlst, was sich auf Erden denken läßt? Ich wende mich ab von dir, du kannst mich mal! Strafen? Womit willst du mich denn strafen, was schlimmer wäre als das, was du mir soeben befohlen hast?“ (Anmerkung: Die Hölle war zu jener Zeit noch nicht erfunden. Damit drohte erst Jesus Christus im Neuen Testament.)
Was wäre geschehen, hätte Abraham so reagiert? Wir wissen es nicht, denn die Wege des Herrn sind unergründlich. Aber möglicherweise wäre uns eine Menge Schlamassel erspart geblieben – vielleicht sogar die drei abrahamitischen Religionen.
Aber Abraham hatte diese Wahl offensichtlich nicht! Im Banne seiner unerschütterlichen Gottesfürchtigkeit schritt er unverzüglich zur befohlenen Tat. Da Gott das überaus wohlgefiel, sandte er in seiner unermeßlichen Güte im allerletzten Moment einen Engel zu Abraham und ließ ihm ausrichten: War nur’n Test – Der Papa hat’s nicht so gemeint – Kommando zurück!
Und Vater Abraham im Banne seiner unerschütterlichen Gottesfürchtigkeit befolgte auch diesen Befehl ohne zu zögern und ohne sich aufzulehnen gegen solch grausames Spiel.

Der Mann hatte nicht mal Handlungs-, geschweige denn Willensfreiheit!
Die Krone seiner Schöpfung ist diesem Gott offenbar im blinden Gehorsam am gefälligsten.
Das spricht jedenfalls nicht dafür, daß er uns mit so etwas wie einem freien Willen ausgestattet hätte.

Und erst der bedauernswerte Jesus! Der arme Kerl hatte nun überhaupt keine Wahl.
Ob es ihn wohl tröstete, daß er später zum Gottesbestandteil erhoben wurde?
Das legt übrigens den Schluß nahe, daß selbst Götter keinen freien Willen haben. Wie sollten sie auch – haben doch Menschen sie nach ihrem Bilde erschaffen.
Der fromme Wunsch ist Gottes Vater.

zur Willensfreiheitsdebatte

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Falls Du glaubst, Denken und Glauben schlössen einander nicht aus, bedenke deinen Glauben! Es gibt keine Götter – Gott sei Dank. Glaube ist der Sieg des Wunschdenkens über die Vernunft. Allein mit diesen drei harmlosen Sätzen errege ich gewiß bei vielen von euch Anstoß – und das nach über zweihundert Jahren Aufklärung! Aber Anstoß erregen heißt auch etwas anzustoßen. Und genau das möchte ich: ein wenig zum Denken, ein wenig zum Zweifeln.
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