Ein Preis für Rücktritt?

SPIEGEL-Artikel

aus: DER SPIEGEL 7/2011

Das schlägt doch dem (Wein-?)Fass die Krone mitten ins Gesicht! Dass man ihr verzeiht, steht außer Frage – aber einen Preis?
Man stelle sich – nur mal so als Beispiel – einen kleinen Außendienstmitarbeiter vor, dem mit seinem Firmenwagen Ähnliches widerfährt (Gott gefällt es ja offensichtlich in seiner unermesslichen Güte, uns gelegentlich derlei Prüfungen zu unterziehen). Der hätte doch wohl gar keine Gelegenheit, sich mittels Mut und Zivilcourage um einen solchen Preis verdient zu machen. Das erledigte sein Arbeitgeber unverzüglich für ihn, indem er ihn fristlos entließe. Es wurden Arbeitnehmer schon aus weniger triftigen Gründen gefeuert.
Sollte Frau Käßmann aber in ihrer sprichwörtlichen Bescheidenheit den Mut aufbringen, diesen Preis auszuschlagen – dann ist sie fraglos reif fürs Bundesverdienstkreuz. Heilige hat der olle Luther seinerzeit ja dummerweise abgeschafft.

P.S.: Wie schlimm steht es eigentlich um unsere Politiker, dass sie solche Vorbilder brauchen, dass schlichte Anständigkeit schon als preiswürdiger Mut gilt?

2 Responses to “Ein Preis für Rücktritt?”


  1. 1 Bruder Spaghettus Februar 15, 2011 um 2:02 pm

    Zeichen erfolgreicher Lobbyarbeit und Wahrheitsfälschung der Kirche.

    Frau Käßmann ist längst nicht so freiwillig zurückgetreten, wie sie glauben machen möchte. Sie hat erst mal auf die Zeichen aus ihrer Kirche gewartet. Da hatten sich die Kirchenoberen zwar für einen Verbleib Käßmanns ausgesprochen, aber in so wenig drängenden Worten, dass es tatsächlich eben keine Unterstützung für sie war. Sie sollte gehen, nur eben selbst.

    Mitglied des 10köpfigen Stiftungsrates ist mit Astrid Bjellebo-Bayaegan, Pröpstin der ev.-luth. Kirche, Oslo auch eine Vertreterin der Kirche. Sicher sind auch unter den 9 anderen noch Kirchennahe, die nur nicht so leicht kenntlich sind.

  2. 2 J.F. Februar 26, 2011 um 1:47 pm

    In einer Zeit, in welcher selbst ein hochgradiger Gesichts- und Vertrauensverlust bei einem „ehrenwerten“ Freiherrn nicht mehr zum Rücktritt führt, muss man schon Preise ausloben, damit wenigsten ein kleiner Anreiz für angemessene Reaktionen bleibt.


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