Hasenfest oder Auferstehung?

Man hört die Klerisei allenthalben beklagen, dass den Menschen der wahre Sinn des Osterfestes abhanden gekommen sei. Aber worin besteht dieser “wahre Sinn” eigentlich?

Ostern: Der Name des Festes … war vor der Christianisierung … der Name eines … Frühlingsfestes, wohl benannt nach einer heidnischen Frühlingsgöttin. Der(en) Name … ist … als Eostrae überliefert und ist z. B. verwandt mit … lat. aurora “Morgenröte” … Die germ. Göttin war demnach eine Licht-göttin, zunächst des Tageslichts, dann des Lichts überhaupt, und das ihr geweihte Fest war ein Fest des zunehmenden Lichts im Frühling. (1)

Was ist absurder?

Ein Osterhase, der bunte Eier legt

oder

ein Gott, der, um sich nach tausenden von Jahren mit den Menschen, die er selbst einst schuf, zu versöhnen, seinen eigenen Sohn erst auf grausamste Weise abschlachten und dann am übernächsten Tag von den Toten auferstehen lässt? „ER lässt seinen Sohn ans Kreuz nageln, weil ER seine eigene Strafe nicht aufheben will!“ (2)

Noch absurder ist allerdings das Bemühen der Klerisei, uns allen letztere Story als Heilsbotschaft verkaufen zu wollen.
Schauen wir uns aber die landläufigen Osterbräuche an, so wird eines ganz deutlich: Die Folklore fußt eindeutig auf der ursprünglichen Bedeutung des Hasenfestes. Die meisten Menschen haben ihre Wahl längst getroffen, nämlich

lieber Morgenröte als Götterdämmerung,
lieber Lebenslust und Fruchtbarkeit als Tod und Auferstehung,
lieber Osterhase als Opferlamm.

Kollektiver Kirchenaustritt zum Hasenfest:
http://www.hasenfest.org/

Anmerkungen
(1)Duden, Etymologie; Mannheim 1997
(2)Rolf Bergmeier: Schatten über Europa; Aschaffenburg 2012, S. 108
Abb.1: Osternest mit Osterhase; http://www.zeichnen-forum.de / pixelio.de
Abb.2: Auferstehung; Petra Hegewald /pixelio.de

1 Response to “Hasenfest oder Auferstehung?”



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Falls Du glaubst, Denken und Glauben schlössen einander nicht aus, bedenke deinen Glauben! Es gibt keine Götter – Gott sei Dank. Glaube ist der Sieg des Wunschdenkens über die Vernunft. Allein mit diesen drei harmlosen Sätzen errege ich gewiß bei vielen von euch Anstoß – und das nach über zweihundert Jahren Aufklärung! Aber Anstoß erregen heißt auch etwas anzustoßen. Und genau das möchte ich: ein wenig zum Denken, ein wenig zum Zweifeln.
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