Hochpotente Mittel

Bild: Mike Frajese / pixelio.de

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Faszinierend, welche Geißeln der Menschheit in den letzten zweihundert Jahren mittels der Homöopathie erfolgreich eingedämmt, wenn nicht gar besiegt werden konnten: Wer spricht heute noch von grippalen Infekten, von Neurodermitis, Allergien oder chronischen Schmerzen? Und ein Ende der Erfolge ist nicht abzusehen: Auch Migräne und vielerlei Nervenirritationen dürften dank der unlängst bekanntgewordenen Wirkung des blauen Blutes des südamerikanischen Kaiserskorpions (pandinus imperator) bald der Vergangenheit angehören. Erste Erfahrungen legen zwar die Vermutung nahe, dass die überzeugendsten Behandlungserfolge vorwiegend bei adligen Patienten eintreten, doch darf auch der gewöhnliche Sterbliche durchaus guter Hoffnung sein. Immerhin wird die schier unüberschaubare Palette der Urarzneien fast täglich um neue Substanzen bereichert. So zum Beispiel durch das Mundsekret des brasilianischen Trompetenkäfers (lucanus taetaeraetaerus), welches seine wohltuende Wirkung vor allem gegen Mittelohrerkrankungen, Hörsturz und Tinnitus entfaltet, nicht zu vergessen die flüssige Exkrementenkomponente der gemeinen Schnapsdrossel (catharus aethanolus) gegen Suchterkrankungen und Entzugsbeschwerden oder, last but not least, das Schwanzgefieder der grünen Spinatwachtel (coturnix spinaciae) gegen Eisen- und andere Mangelerscheinungen.
Freilich sind wir uns bewusst, dass es unter Schulmedizinern, Pharmazeuten und sogenannten Wissenschaftsjournalisten durchaus Ignoranten gibt, die sich nicht entblöden, in ihrer evidenzbasierten Beschränktheit gar die Existenz der o.g. Tierarten anzuzweifeln. Schließlich gibt es mehr Dinge zwischen Himmel und Erde … Und wer heilt, hat Recht; und wenn wir eine Behauptung aufstellen, sollten uns diese Herrschaften erst mal das Gegenteil beweisen, bevor sie unsere Erfahrungen ins Lächerliche zu ziehen versuchen. Sie haben sonst mal ganz schnell eine saftige Anzeige am Hals wegen Geschäftsschädigung und böswilliger Verleumdung. Sie sollten schon dran glauben!
Aber was ficht uns das an. Erfreuen wir uns an der Dankbarkeit unserer treuen Patienten, wie sie erst kürzlich eine amazon-Rezensentin so trefflich zum Ausdruck brachte:
„Ich bin seit 32 Jahren ausschließlich in homöopathischer Behandlung und kann aus eigener Erfahrung sagen: Die Homöopathie ist, richtig angewendet, eine wunderbare, sanfte Medizin die wirklich in der Lage ist chronische Krankheiten zu heilen.“
Wenn das kein Beweis ist!

5 Responses to “Hochpotente Mittel”


  1. 1 manglaubtesnicht Mai 15, 2013 um 10:14 am

    Und die Bachblüten! Vergiss die Bachblüten nicht!

  2. 3 Linus Heilig Mai 17, 2013 um 10:51 am

    Dringender Hilferuf an den hochpotenten Autor. Helfen Froschschenkel auch unverdünnt verzehrt gegen nervtötendes Froschgequake zur aktuellen Paarungszeit? Oder ist es rationaler, sie spirituell mit frommen gregorianischem Gesang zu beschallen, um sie von ihrem lasterhaften Tun abzuhalten?

  3. 4 dubiator Mai 17, 2013 um 1:07 pm

    Die Ansiedlung eines Storches in der Nachbarschaft könnte den biologischen Abbau der Quälgeister bewirken. Dabei ist allerdings in häufigen Fällen mit einer starken Nebenwirkung zu rechnen: Intensives Babygeschrei im Folgejahr.

  4. 5 freidenker1 Juni 11, 2013 um 5:05 pm

    „Früher besprach man Warzen, heute betreibt man Esoterik.“ Harald Schmid
    Dein Blog gefällt mir.
    Schöne Grüsse aus der Freidenker Galerie
    Rainer Ostendorf
    http://www.freidenker-galerie.de


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Falls Du glaubst, Denken und Glauben schlössen einander nicht aus, bedenke deinen Glauben! Es gibt keine Götter – Gott sei Dank. Glaube ist der Sieg des Wunschdenkens über die Vernunft. Allein mit diesen drei harmlosen Sätzen errege ich gewiß bei vielen von euch Anstoß – und das nach über zweihundert Jahren Aufklärung! Aber Anstoß erregen heißt auch etwas anzustoßen. Und genau das möchte ich: ein wenig zum Denken, ein wenig zum Zweifeln.
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