Archiv für Juli 2013

Erbsünde

Maske_2– Gott zum Gruße, Merkwürden.
– In Ewigkeit. Aber ich meine, schon wieder deine heidnische Ironie zu vernehmen, mein Sohn. Versündige dich nicht!
– Hm. Vergaloppiert hab ich mich schon öfter, verrechnet ebenso, verfranzt, verheddert… Warum nicht einmal ordentlich versündigen! Was bedeutet das überhaupt? Die falsche Sünde begehen?
– Zu sündigen ist immer falsch, mein Sohn!
– Ach, Merkwürden, hättet Ihr wenigstens einmal im Leben anständig gesündigt, könntet Ihr einen leibhaftigen Sohn haben und müsstet nicht ersatzweise mich so nennen. Oder – habt Ihr etwa?
– Das gehört nicht hierher. Nun ja, schließlich sind wir ja alle Sünder. Weiterlesen ‚Erbsünde‘

Trennung von Kirche und Staat

pfcoverEine so alte Forderung – und bis heute nicht erfüllt:
„Was wir von unseren Regierungen verlangen, ist, dass sie als solche von der Religion gar keine Notiz nehmen und sie nicht, wie es jetzt fast noch überall der Fall ist, den Aberglauben aussäen und sein Wachstum befördern zu können glauben.
Wer das Bedürfnis der Religion fühlt, mag dieselbe ausüben und sich mit anderen zu diesem Zwecke vereinigen; das Gesetz wird ihn in dieser Ausübung beschützen und sich erst dann hindernd einmischen, wenn durch diese Ausübung die gesetzlichen Rechte anderer beeinträchtigt werden. Ist die Religion durch sie selbst stark, so braucht sie keine Unterstützung und Begünstigung von Seiten der Regierung; hat sie aber Grund, die Wissenschaft zu fürchten, so beruht sie auf Aberglauben, und je eher sie dem Feinde desselben unterliegt, desto besser ist es für die Menschheit.“

(Otto von Corvin: Pfaffenspiegel, Leipzig 1845)

http://www.humanist.de/religion/pfaffe.html


Anstößige Denk-Anstöße

Falls Du glaubst, Denken und Glauben schlössen einander nicht aus, bedenke deinen Glauben! Es gibt keine Götter – Gott sei Dank. Glaube ist der Sieg des Wunschdenkens über die Vernunft. Allein mit diesen drei harmlosen Sätzen errege ich gewiß bei vielen von euch Anstoß – und das nach über zweihundert Jahren Aufklärung! Aber Anstoß erregen heißt auch etwas anzustoßen. Und genau das möchte ich: ein wenig zum Denken, ein wenig zum Zweifeln.
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