Archive for the 'Theo-Unlogisches' Category

Erbsünde

Maske_2– Gott zum Gruße, Merkwürden.
– In Ewigkeit. Aber ich meine, schon wieder deine heidnische Ironie zu vernehmen, mein Sohn. Versündige dich nicht!
– Hm. Vergaloppiert hab ich mich schon öfter, verrechnet ebenso, verfranzt, verheddert… Warum nicht einmal ordentlich versündigen! Was bedeutet das überhaupt? Die falsche Sünde begehen?
– Zu sündigen ist immer falsch, mein Sohn!
– Ach, Merkwürden, hättet Ihr wenigstens einmal im Leben anständig gesündigt, könntet Ihr einen leibhaftigen Sohn haben und müsstet nicht ersatzweise mich so nennen. Oder – habt Ihr etwa?
– Das gehört nicht hierher. Nun ja, schließlich sind wir ja alle Sünder. Weiterlesen ‚Erbsünde‘

Wenn es IHN nicht gäbe…

– Gott zum Gruße, Merkwürden. Was spricht dafür, dass es ihn gibt?
– Alles, mein Sohn.
– Gewiss bin ich zweier Menschen Sohn, nichts spricht indes dafür, dass Ihr einer davon seid. Aber zur Sache: Eure Antwort scheint mir ein wenig allgemein. Ich könnte entgegnen: Wenn alles für seine Existenz spricht, spricht letztlich nichts dafür. Ich fürchte, so kommen wir nicht weiter.
– Du armseliger Wicht in deiner religiösen Unmusikalität verlangst nach Beispielen? Bitte sehr: Ohne Gott gäbe es keine Moral. Wir wüssten nicht, was Gut und Böse ist.
– Wissen wir das denn? Weiterlesen ‚Wenn es IHN nicht gäbe…‘

imago dei

– Nichts für ungut, Merkwürden, aber wenn ich mir Euch so anschaue, Eure wohl(an)ständige Körperfülle, die vom durchblutungsfördernden Rheinwein gerötete Nase, Euer mildes Dauergrinsen zwischen den Pausbäckchen – da erscheint mir der Alte Herr direkt ein bisschen sympathisch.
– Ich versteh nicht recht.
– Na, es heißt doch, wir alle seien Ebenbilder Gottes. Da Ihr Ihm wesentlich näher steht als zum Beispiel ich, nehme ich doch an, dass Ihr Ihm auch wesentlich ähnlicher seht als ich mit meiner eher mickrigen Figur. Weiterlesen ‚imago dei‘

Braucht Gott den Menschen?

Papst Benedikt XVI. im Augustinerkloster in Erfurt am 23.09.2011:

„Braucht der Mensch Gott, oder geht es auch ohne ihn ganz gut? Wenn in einer ersten Phase der Abwesenheit Gottes sein Licht noch nachleuchtet und die Ordnungen des menschlichen Daseins zusammenhält, so scheint es, daß es auch ohne Gott ganz gut geht. Aber je weiter die Welt sich von Gott entfernt, desto klarer wird, daß der Mensch in der Hybris der Macht, in der Leere des Herzens und im Verlangen nach Erfüllung und Glück immer mehr das Leben verliert. Der Durst nach dem Unendlichen ist im Menschen unausrottbar da. Der Mensch ist auf Gott hin erschaffen und braucht ihn.“ Weiterlesen ‚Braucht Gott den Menschen?‘

Credo quia absurdum

– Respekt, Merkwürden: Ihr seid ein guter Mensch, habt ein Herz für die da arm, schwach und beladen sind. Und Ihr seid ein kluger Mensch, habt Euch mehr oder weniger redlich bemüht, mir so komplizierte Dinge wie Trinität und Eucharistie zu erläutern. Dennoch finde ich diese Glaubenssätze gelinde gesagt unlogisch und mit unseren praktischen Erfahrungen unvereinbar. Weiterlesen ‚Credo quia absurdum‘

Diener zweier Herren oder eines Gottes der Zwietracht?

Gott ist allmächtig und Jesus Christus ist sein Sohn.
Allah ist groß und Mohammed ist sein Prophet.
Hm.
Und der Erzengel Gabriel ist beider Verkündigungsbote. Offenbar leidet auch der Himmel unter knappem Fachpersonal:

Vor reichlich zweitausend Jahren erschien Gabriel der Jungfrau Maria und entbot ihr den englischen Gruß*.
Sodann eröffnete er ihr bekanntlich, dass sie alsbald vom Heiligen Geist schwanger werden und den Gottessohn Jesus Christus zur Welt bringen werde und machte sie damit zur Muttergottes.
Strenggenommen ist Gabriel also, natürlich im Auftrag seines Chefs, der Auslöser des Christentums. Weiterlesen ‚Diener zweier Herren oder eines Gottes der Zwietracht?‘

Ave Maria

Lamento anlässlich der Hochfeste der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria (8. Dezember: Mariä Empfängnis), Verkündigung des Herrn (25. März: Mariä Verkündigung) und Mariä Aufnahme in den Himmel (15. August: Mariä Himmelfahrt)

Ave Maria

Zeichnung: Wilhelm Busch, aus: Der heilige Antonius von Padua

Ach, Maria du Schmerzensreiche, womit hast Du das verdient?
Unbefleckt, also ohne die Bürde der Erbsünde, die jedem Sterblichen seit Evas Fehltritt auferlegt ist, wurdest du empfangen, obgleich von Anna und Joachim auf natürliche Weise gezeugt. Wie das geschah, ist eines von vielen Glaubensgeheimnissen*. Weiterlesen ‚Ave Maria‘


Anstößige Denk-Anstöße

Falls Du glaubst, Denken und Glauben schlössen einander nicht aus, bedenke deinen Glauben! Es gibt keine Götter – Gott sei Dank. Glaube ist der Sieg des Wunschdenkens über die Vernunft. Allein mit diesen drei harmlosen Sätzen errege ich gewiß bei vielen von euch Anstoß – und das nach über zweihundert Jahren Aufklärung! Aber Anstoß erregen heißt auch etwas anzustoßen. Und genau das möchte ich: ein wenig zum Denken, ein wenig zum Zweifeln.
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