Rechtzeitig an Weihnachten denken:
Das Lichtfest aus humanistischer Sicht, wenn auch nicht ganz ohne Engel, ein Büchlein für Menschen, die nicht (mehr) an den Weihnachtsmann glauben und dennoch gerne feiern:

BuchcoverRainer Buchheim

Es werde Licht

Das Büchlein zum Fest

Taschenbuch, 140 Seiten

epubli-Verlag Berlin

ISBN 978-3-8442-3390-2

Der Autor wurde Mitte des vorigen Jahrhunderts in Sachsen geboren und verbringt mittlerweile zwei Drittel seines Lebens im Brandenburgischen. So ist ihm der Dresdner Stollen ebenso ans Herz beziehungsweise an den Magen gewachsen wie der märkische Grünkohl zum gesamtdeutschen Gänsebraten. Und er versucht, den sprichwörtlichen sächsischen Humor mit der hochgelobten preußischen Tugend der Toleranz zu verbinden, sofern sie nicht schon zur Tollerei verkommen ist. Seine humanistische Weltsicht erlaubt es ihm, sehr gelassen und mit Augenzwinkern auf die vielen Mythen, Sitten und Bräuche zu blicken, die das Weihnachtsfest bis heute prägen. Dabei ist er weder dem Spiritus noch dem Spirituellen grundsätzlich abhold, lehnt aber jedwede Dogmatik, Mystik und Spökenkiekerei kategorisch ab.
Dieses Weihnachtsbüchlein der etwas anderen Art enthält Gedanken, Geschichten und Gedichte des Autors rund um jenes beliebteste, mythenbelastetste, kommerziell bedeutendste und am meisten überschätzte jährliche Familienfest. Er versteht die kleine Sammlung als Plädoyer für Lebensfreude, Zuversicht, Menschlichkeit und Toleranz, wobei er durchaus nicht vermeidet, gelegentlich in diverse (Gänse-) Fettnäpfchen zu treten und sich über gewisse Legenden lustig zu machen. Humor ist bekanntlich, wenn man trotzdem lacht.

Kleine Kostprobe gefällig? Bitte sehr:

Weihnachtskarten

Der eher mittelmäßige Schriftsteller Waldemar Kisilewski war altmodisch. Er selbst begriff sich frei-lich als konservativ, traditionsbewusst eben. Daher versandte er gewöhnlich eine Woche vor dem Fest Weihnachtskarten an alle seine Verwandten, Freunde und sogar entferntere Bekannte und Fans. Ein eigens zu diesem Zwecke verfasstes herzerwärmendes Gedicht schrieb er darauf und seine freundlichsten, ganz individuellen Grüße darunter.
Etliche der derart beglückten Empfänger riefen sodann bei ihm an, bedankten sich artig, lobten das kleine Kunstwerk in den höchsten Tönen und gerieten dabei ins Schwadronieren über Gott, die Welt und die Familie. So kam eine Telefonierstunde zur anderen. Die Zeit fehlte Kisilewski freilich, sein großer Gesellschaftsroman kam absolut nicht voran. Aber das erhabene Gefühl, Verwandten, Freunden und Bekannten eine vorweihnachtliche Freude bereitet zu haben, tröstete ihn über den Zeitverlust hinweg.
„Na, dem muss es ja blendend gehen“, sprach Doktor Stamm, Kisilewskis Freund und Hausarzt, zu seiner Frau, nachdem er den Hörer aufgelegt hatte.
„Der muss ja Zeit haben, wenn er für eine simple Weihnachtskarte einen solchen Aufwand treibt. Und überhaupt: Wer schreibt denn heutzutage noch Karten? Na ja – geht ja schließlich auch keiner geregelten Arbeit nach.“
Dummerweise rutschte der vorzüglichen Gemahlin des Doktors im silvesterlichen Sektschwips diese Bemerkung dem Freunde gegenüber heraus. Kisilewski bewahrte Haltung, dachte sich nur, wenn einer seiner engsten Freunde schon so sprach, was mochten erst die Anderen von ihm halten – und zog die Konsequenz: Zur nächsten Weihnacht gab es die billigsten Karten mit einem hässlichen Rentier drauf und der schlichten Botschaft „Frohes Fest!“
Dennoch fiel der telefonische Dank unerwartet über-schwänglich aus. Man beklagte allenthalben, wegen der Feiertagsvorbereitungen selbst gar so wenig Zeit zu haben, zu nichts käme man mehr, am allerwenigs-ten zum Kartenschreiben. Sodann sprach man ge-wöhnlich übers Wetter – wieder einmal viel zu mild für die Jahreszeit, früher, ja früher gab’s immer weiße Weihnacht – und die Kinder, die nicht einmal mehr an den Weihnachtsmann glaubten. Wieder kam eine Telefonierstunde zur anderen. Da er jedoch ohnehin an einer schweren Schreibblockade litt, bedrückte das Kisilewski diesmal weniger.
„Na, das ist ja wieder mal typisch: da hat der Bursche so viel Zeit, und für uns reicht’s grad mal für solch eine poplige Karte“, bemerkte Doktor Stamm. Auch das kam dem Dichter zu Ohren, und so zog er die letzte Konsequenz und versandte fortan überhaupt keine Weihnachtskarten mehr.
Die Telefongespräche verteilten sich nun gleichmä-ßiger übers Jahr, verliefen jedoch nicht weniger herzlich: Immerhin hatte man ja von Kisilewski schon so lange nichts mehr gehört geschweige denn gelesen!

Wie wäre es, um nicht in ein solches Dilemma zu geraten, Verwandten und Freunden zum diesjährigen Fest anstatt einer Grußkarte dieses Büchlein zu schenken, fast so handlich wie eine Weihnachtskarte aber mit viel mehr zu lesen, fast so viel und Gutes zu lesen wie in einem dicken Buch, aber eben viel handlicher.
Noch handlicher und dazu preisgünstiger ist übrigens das ebenfalls erhältliche eBook (pdf), nur lässt sich das leider nicht so schön verschenken.

Zu beziehen über

epubli-Verlag (hier auch eine weitere Vorschau)
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Falls Du glaubst, Denken und Glauben schlössen einander nicht aus, bedenke deinen Glauben! Es gibt keine Götter – Gott sei Dank. Glaube ist der Sieg des Wunschdenkens über die Vernunft. Allein mit diesen drei harmlosen Sätzen errege ich gewiß bei vielen von euch Anstoß – und das nach über zweihundert Jahren Aufklärung! Aber Anstoß erregen heißt auch etwas anzustoßen. Und genau das möchte ich: ein wenig zum Denken, ein wenig zum Zweifeln.
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