Posts Tagged 'Trinität'

Frauenquote

Raffael: Sixtinische Madonna, Dresden

Raffael: Sixtinische Madonna, Dresden

Radio Vati kann meldet:
Der seit geraumer Zeit zu vernehmende Ruf aus dem Kirchenvolke nach einer Aufwertung der Frau innerhalb der Klerisei verhallte in des Heiligen Vaters Ohr keineswegs ungehört. Vielmehr wird er dem Anliegen nun mit seiner jüngsten, von vielen eher unerwarteten, ebenso hoch- wie tiefgreifenden Reform gerecht:
In seiner seit dem 01.04.2014 verbreiteten Enzyklika Quaternitas sancta erhebt der Papst im Zuge einer gerechten Quotenregelung, wie es wörtlich darin heißt, Maria, die heilige Mutter Gottes, gleichberechtigt mit Vater, Sohn und Heiligem Geist in den Gottesstand, wodurch sich die göttliche Dreifaltigkeit zur Vierfaltigkeit erhöht. In unserer Einfalt, so kommentierte Franziskus die Causa augenzwinkernd, komme es schließlich auf eine Falte mehr oder weniger nicht an.
In der Folge stehen nun etliche Neufassungen liturgischer Texte an. So wird, um nur ein Beispiel zu nennen, ein bekanntes Gebet künftig korrekt lauten:
Liebes GottIn mach mich fromm,
dass ich in das Himmel komm!
Im Übrigen wünscht der Stellvertreter Christi künftig schlicht mit Heilige VaterIn Franziska angesprochen zu werden.
Aus ansonsten gut unterrichteten Kreisen der Kurie wurde bekannt, dass das PapstIn neben dem Heiligen Geist gewisse Gepflogenheiten in deutschen Behörden und Universitäten inspiriert haben sollen. Wie dem auch sei: Damit sollte das Geschrei um die Gleichstellung der Frau in der Katholischen Kirche nun ein für allemal verstummen!

Dreifache Einfalt

– Sehe ich da drei Falten auf Eurer gerunzelten Stirn, Merkwürden? Oder sind es gar vier?
– Drei sind es! Und es sind Falten der Trauer, der Sorge und des Zorns ob der Gottlosigkeit, die uns umgibt, mein Sohn.
– Apropos Gott und Falten: Was hat es eigentlich mit der Dreifaltigkeit auf sich, Merkwürden? Ich versteh das nicht ganz.
– Du musst das auch nicht verstehen. Du sollst das glauben, mein Sohn!
– Letzteres fiele mir aber wesentlich leichter mittels ein wenig Verständnis. Weiterlesen ‚Dreifache Einfalt‘

Ein klassischer Fall von Schizophrenie

Gastbeitrag von Yuriko Yushimata aus ihrer Sammlung religionskritischer Kurzgeschichten Religion Version 2.100:

Ein klassischer Fall von Schizophrenie

Der Psychoanalytiker bat den jungen Mann ohne Überraschung herein. Der Raum, in dem er Patientinnen und Patienten empfing, war freundlich aber auch professionell eingerichtet. Einige Blumen und einige wenige persönliche Details gaben dem Raum eine warme Note. Die schwarze Ledercouch und der Schreibtisch, hinter dem der Analytiker in der Regel seine Fragen stellte, sorgten gleichzeitig für die nötige Distanz.
Der junge Mann trug ein schlichtes weites weißes Gewand und hatte lange wallende Haare. Seine Augen schienen von innen zu leuchten. Er umfasste die dargebotene Hand des Analytikers mit seinen beiden Händen, als würde er beten, und blickte ihm freundlich strahlend in die Augen. Der Analytiker blieb distanziert, nickte höflich, und wies auf die Couch. „Nehmen Sie bitte Platz.“ Weiterlesen ‚Ein klassischer Fall von Schizophrenie‘


Anstößige Denk-Anstöße

Falls Du glaubst, Denken und Glauben schlössen einander nicht aus, bedenke deinen Glauben! Es gibt keine Götter – Gott sei Dank. Glaube ist der Sieg des Wunschdenkens über die Vernunft. Allein mit diesen drei harmlosen Sätzen errege ich gewiß bei vielen von euch Anstoß – und das nach über zweihundert Jahren Aufklärung! Aber Anstoß erregen heißt auch etwas anzustoßen. Und genau das möchte ich: ein wenig zum Denken, ein wenig zum Zweifeln.
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